Starke Frauenfiguren – jede Woche eine Figur, die für sich selbst spricht Was es braucht.


Innerhalb von 24 Stunden wurden im Januar 2026 in Österreich zwei Frauen ermordet.
Getötet von Männern aus ihrem nahen Umfeld.
Keine „Beziehungstragödien“. Keine „Unfälle“.
Femizide.

Und wieder kam reflexhaft: „Not all men.“
Ja. Nicht alle Männer.
Aber Gewalt gegen Frauen ist kein Frauenproblem.
Sie ist ein Männerproblem – und ein strukturelles gesellschaftliches.

Denn schwere Gewalt gegen Frauen wird fast immer von Männern verübt.
Von Partnern, Ex-Partnern, Bekannten.
Von Männern mit Nähe, Macht und Zugang.

„Not all men“ verschiebt den Fokus.
Weg von den betroffenen Frauen.
Weg von der Gewalt.
Hin zu gekränkter Selbstentlastung.

Was es braucht, sind keine Abwehrreaktionen, sondern solidarische Männer.
Männer, die Täter-Opfer-Umkehr nicht dulden.
Männer, die Sexismus widersprechen – im Alltag, nicht nur online.

Die nicht lachen, nicht schweigen, nicht wegsehen.
Die eingreifen, wenn Frauen abgewertet, belästigt oder bedroht werden.
Die Freunde, Kollegen, Brüder konfrontieren – statt sie zu decken.
Die Verantwortung übernehmen und sich mit dem strukturellen Problem auseinandersetzen.

Schweigen ist nicht neutral.
Schweigen schützt Täter.
Zivilcourage beginnt nicht bei der Schlagzeile.
Sie beginnt im Alltag.

Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall.
Kein Ausrutscher.
Kein Drama.
Sie ist ein strukturelles Versagen.
Und sie endet erst, wenn Solidarität stärker wird als Abwehr.