Im Gemeindehaus Lichtenberg stand diesmal eine Technik im Mittelpunkt, die für viele neu war: Nadelfilzen. Ganz ohne Wasser und Seife wurde aus weicher Wolle Schritt für Schritt eine feste Form.
Zu Beginn ging es erst einmal darum, die Werkzeuge kennenzulernen. Gemeinsam wurde geschaut, wie die speziellen Filznadeln aufgebaut sind und warum Filzen nur mit diesen besonderen Nadeln funktioniert. Dieses Verständnis half den Kindern, die Technik bewusster anzuwenden und mit dem Material sicher umzugehen.
Schnell wurde klar: Nadelfilzen braucht Aufmerksamkeit, Geduld und viel Konzentration. Jeder Stich verändert die Form ein kleines Stück. Gleichzeitig war Sorgfalt gefragt, um sich nicht versehentlich zu stechen. Entsprechend ruhig und fokussiert war die Atmosphäre im Raum.
Mit freien Ideen oder mithilfe von Ausstechförmchen entstanden viele unterschiedliche Motive, Formen und Tiere. Besonders berührend war ein Moment mit einem vierjährigen Kind, das nach seinem fertigen Werk noch einmal ganz vorsichtig fragte:
💬 „Darf ich noch ein Herz für meine Mama machen?“
In dieser kleinen Frage steckt viel von dem, worum es in kultureller Bildung oft geht. Kreatives Arbeiten ist nicht nur Technik oder Materialerfahrung. Es wird auch zu einer Form von Beziehung und Ausdruck. Ein selbst gemachtes Herz ist mehr als ein Objekt. Es ist eine Geste, ein Gedanke, ein Gefühl, das sichtbar geworden ist.
Aus lockerer Wolle wurden feste kleine Werke und aus vielen einzelnen Nadelstichen entstanden nicht nur Formen, sondern auch Verbindungen zwischen Menschen.
Kursleitung: Claudia Schleicher
Helferli: Elisabeth Arnstadt