Beim Straßenfest im SelbVorwerk wurde am JuKu-Mobil-Stand fleißig nassgefilzt. Aus bunter Schafwolle, Wasser und Seife entstanden fantasievolle Stiftekappen, die aussahen wie Zuckerkringel, Eis am Stiel oder kleine bunte Figuren.
Nassfilzen braucht Zeit und Geduld. Viele Arbeitsschritte wiederholen sich und nicht immer klappt alles sofort. Manche Kinder legten zwischendurch eine Pause ein, bevor sie mit neuer Energie weiterarbeiteten. Umso größer war die Freude, als am Ende die fertigen Werke in den Händen lagen.
Eine besondere Erfahrung war die Begegnung mit Familien aus Tschechien. Manche Kinder sprachen kaum oder gar kein Deutsch. Trotzdem wurde gemeinsam gelacht, gezeigt, ausprobiert und mit viel Gestik und Pantomime gearbeitet. Kreativität braucht nicht immer eine gemeinsame Sprache. Oft reichen Neugier, Offenheit und ein gemeinsames Tun, um miteinander in Kontakt zu kommen.
Der Nachmittag machte auch deutlich, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten von Kindern sein können. Für einige war es das erste Mal, dass sie erlebten, wie Seife überhaupt Schaum bildet.
Solche Momente erinnern daran, wie wichtig niedrigschwellige kulturelle Angebote sind. Sie schaffen Begegnungen, ermöglichen neue Erfahrungen und eröffnen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Voraussetzungen die Möglichkeit, Materialien kennenzulernen, selbst kreativ zu werden und Erfolgserlebnisse zu sammeln.
Kursleitung: Sara Güney