Bereits zum achten Mal durfte das JuKu-Mobil den Gabelmannsbrunnen zum Brunnenfest mitgestalten. Statt wie früher Wildblumen zu pflücken, gehen wir seit Jahren bewusst einen anderen Weg. Wildblumen sind heute wichtiger denn je für Insekten und die Artenvielfalt. Deshalb bleiben sie dort, wo sie gebraucht werden: in der Natur.
Jedes Jahr entsteht stattdessen eine neue kreative Idee. Diesmal verwandelten Kinder gemeinsam mit uns alte Hartschaumplatten aus einem Architekturprojekt in eine farbenfrohe Unterwasserwelt. Mit Säge, Acrylfarben und Spraydosen entstanden Fische, Haie, Schildkröten, Seepferdchen, Wale und viele weitere Meerestiere.
Besonders schön war, dass die Kinder nicht einfach Vorlagen nacharbeiteten. Sie brachten ihre eigenen Gedanken ein. So schwimmen zwischen den Meerestieren auch Ölfässer, denn wie ein Kind erklärte:
💬 „Die gehen halt auch ins Netz und verunreinigen das Meer.“
Selbst bei großer Hitze kamen viele Kinder immer wieder zurück, um weiterzubauen, neue Ideen umzusetzen oder noch ein weiteres Meerestier zu gestalten. Genau so entstehen Projekte, die wachsen dürfen und von den Ideen der Teilnehmenden leben.
Auch bei den Besucherinnen und Besuchern sorgte die ungewöhnliche Gestaltung für Gespräche. Während manche zunächst meinten:
💬 „Die sind doch nur zu faul zum Blumen pflücken.“
oder
💬 „Irgendwas mit doof und langweilig.“
zeigten andere, wie sehr ihnen der Brunnen am Herzen liegt:
💬 „Jetzt komme ich jeden Tag an meinem Brunnen vorbei.“
Kulturelle Bildung bedeutet auch, Traditionen weiterzuentwickeln. Nicht indem man sie abschafft, sondern indem man sie an die Herausforderungen unserer Zeit anpasst. Aus alten Materialien entstand so nicht nur ein neuer Brunnenschmuck, sondern auch ein Anlass, über Nachhaltigkeit, Artenvielfalt und den Schutz unserer Meere ins Gespräch zu kommen.
Kursleitung: Lena Wenz
Helferlis: Dagmar Drescher, Stefan Frank & Steffen Pokorny